17.07.2021 in Pressemitteilungen

2 Jahre Ulm Sicherer Hafen

 

Offener Brief zum 2-jährigen Jubiläum der Erklärung zum Sicheren Hafen Ulm


Der Gemeinderat Ulm hat vor nun zwei Jahren am 17.Juli 2019 Ulm zum Sicheren Hafen erklärt. Ulm gehört damit mittlerweile zu einem Bündnis von 253 (Stand: 27.06.2021) Städten und Gemeinden in Deutschland, die diese Erklärung abgegeben haben. Leider hat sich dadurch auf Bundes- und Landesebene wenig oder besser gesagt gar nichts geändert. Noch immer ertrinken täglich Menschen im Mittelmeer. Und nicht erst seit diesem Winter muss jedem klar sein, welche katastrophalen Zuständen in den Flüchtlingslagern in Europa herrschen.
In Lesbos und anderswo in Europa müssen Geflüchtete in der Kälte frieren, haben zum großen Teil keinen Zugang zu warmem Wasser und leben seit Monaten in provisorischen Unterkünften. Kurz gesagt: sie leben unter menschenunwürdigen Bedingungen inmitten von Europa.
Gleichzeitig sehen wir, dass immer mehr private Organisationen und Vereine versuchen, die Umstände, unter denen die Geflüchteten leben müssen, zu verbessern. Aber wirklich nachhaltig können sie die Situation oft nicht beeinflussen. Oft scheitern sie an der Bürokratie vor Ort und dem Unwillen der Regierungen, an der Situation der Geflüchteten etwas zu ändern. Es scheint fast so, als seien die Zustände gewollt, um Menschen davor abzuschrecken, nach Europa zu kommen.
So kann es nicht weitergehen. Es muss politisch etwas geschehen. Und zwar auf allen Ebenen. Absichtserklärungen müssen mit Leben gefüllt werden. Versprechen müssen gehalten werden. Und die Situation der Menschen muss jetzt verbessert werden.
Deshalb fordern wir alle politischen Akteure in Ulm, den Gemeinderat der Stadt Ulm und die Ulmer Stadtverwaltung auf:

  • die bestehenden Strukturen für Geflüchtete in Ulm weiter zu unterstützen und auszubauen. Insbesondere sollten die Ausstattung der Flüchtlingsheime und die Unterstützung für geduldete Menschen weiter verbessert werden. Aber auch Vereine und private Aktionen sollten unbürokratisch unterstützt werden.
    Zudem muss noch viel energischer an Lösungen gearbeitet werden, um bezahlbaren Wohnraum für alle in Ulm lebenden Menschen zur Verfügung stellen zu können.
  • die Absichtserklärung "Seebrücke - Schafft sichere Häfen!", die 2019 vom Gemeinderat mit großer Mehrheit beschlossen wurde, weiter mit Leben zu füllen (1).
  • die Initiativen auf Bundesebene zu unterstützen, die dem Bundesinnen-minister keine grundsätzliche Blockade von Landesaufnahmeprogrammen mehr erlauben, und Druck auf die Landesregierung BaWü aufzubauen, dass das Landesaufnahmeprogramm für Geflüchtete endlich verabschiedet wird, wie dies auch im Koalitionsvertrag vereinbart ist (12).
  • sich kritisch damit auseinanderzusetzen, ob auch Ulm Fluchtursachen mitzuverantworten hat. Insbesondere, aber nicht nur in Hinblick auf die in Ulm ansässigen Waffenproduzenten.
  • sich für eine kommunale Zusammenarbeit zwischen Ulm und den Regionen mit europäischen Geflüchtetenlagern einzusetzen, indem man den Austausch auf kultureller, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene fördert.
  • sich für eine kommunale Zusammenarbeit mit Kommunen in Ländern des globalen Südens einzusetzen, um Fluchtursachen direkt zu bekämpfen. Es ist jetzt bereits absehbar, dass in den nächsten Jahrzenten auf Grund der Perspektivlosigkeit und des verstärkten Klimawandels Millionen von Menschen nach Europa drängen werden. Deshalb müssen wir jetzt entschieden handeln und langfristig Verantwortung übernehmen. Hier könnte zum Beispiel die "Servicestelle: Kommunen in der einen Welt" (10) ein guter Partner sein.
  • sich für die Menschenrechte und für die Einhaltung der Genfer Flüchtlingskonvention einzusetzen. Dies gilt insbesondere für die Seenotrettung sowie das Verbot von Ausweisungen und Zurückweisung in nicht-sichere Gebiete.

Natürlich wissen wir, dass Ulm nicht allein die Probleme der Welt lösen kann, aber wir müssen unseren Teil dazu beitragen. Wir haben seit Jahrzenten unter anderem auch auf Kosten von anderen Menschen unseren Wohlstand gemehrt. Jetzt haben wir auch die Verantwortung diese Herausforderungen anzugehen.

Unterzeichnende Gruppen:
• Seebrücke Ulm
• Bündnis 90/ Die Grünen Ulm
• DIDF Jugend
• Engagiert in Ulm
• Festival contre le racisme (FCLR)
• Flüchtlingsrat Ulm
• Fridays for future (FFF)
• Grüne Hochschulgruppe Ulm
• Grüne Jugend Ulm/Neu-Ulm/Alb-Donau
• Juso HSG Ulm
• Jusos Ulm
• Kollektiv 26
• Linke Ulm
• NaturFreunde Ulm
• Sea Eye Ulm
• SPD Ulm
• Ulmer Netz für eine andere Welt e.V
• Verein für Friedensarbeit (VFA)
• Verein für Verfolgte des Naziregims (VVN)
• Volt Ulm


Quellen:
1. Ulm als sichere Hafen: https://seebruecke.org/safe-havens/ulm/
2. Beschluss Gemeinderat: https://buergerinfo.ulm.de/to0050.php?__ktonr=20208
3. Ulmer Stadt Seite mit vielen Informationen: https://www.ulm.de/leben-in-ulm/chancengerechtigkeit-und-vielfalt/fl%C3%BCchtlinge-in-ulm
4. Statistik für Ulm (leider von 2018) https://www.ulm.de/leben-in-ulm/chancengerechtigkeit-und-vielfalt/fl%C3%BCchtlinge-in-ulm/anzahl,-familienstruktur,-alter,-herkunftsl%C3%A4nder
5. SPD Fraktion Landesaufnahmeprogram - https://www.spdfraktion.de/system/files/documents/fraktionsbeschluss_landesaufnahmeprogramme_20210302.pdf
6. Grüne BaWü - Wahlprgramm 2021 https://www.landtagswahl-bw.de/gruene-wahlprogramm#c65030
7. Koordination kommunaler Entwicklungspolitik - http://www.ulm-internationalestadt.de/ulm-internationale-stadt/internationales-ulm/koordination-kommunaler-entwicklungspolitik-in-ulm.html
8. Ulm Eurotowns - https://www.ulm.de/rathaus/%C3%BCber-ulm-hinaus/europ%C3%A4ische-aktivit%C3%A4ten/st%C3%A4dtenetzwerk-eurotowns
9. Genfer Flüchtlingskonvention - https://www.unhcr.org/dach/wp-content/uploads/sites/27/2017/03/GFK_Pocket_2015_RZ_final_ansicht.pdf
10. Servicestelle: Kommunen in der einen Welt - https://skew.engagement-global.de/ueber-uns.html
11. Afrikainstitut HNU - https://www.hnu.de/forschung/institute-kompetenzzentren/afrika-institut
12. Landesaufnahmeprogramm - Koalitionsvertrag: https://jetztfuermorgen.de (Seite 82)
 

 

06.06.2021 in Pressemitteilungen

Jusos verurteilen Brandanschlag auf Ulmer Synagoge

 

Am Samstagmorgen hat ein bislang Unbekannter an der Ulmer Synagoge Feuer gelegt. Es entstand ein Sachschaden, doch dank eines Zeugen wurden die Flammen schnell gelöscht und niemand verletzt.

Die SPD-Jugend in Baden-Württemberg sowie in Ulm zeigt sich erschüttert über den Anschlag. „Wir verurteilen diese widerliche Tat und stehen solidarisch an der Seite der jüdischen Gemeinde in Ulm“, macht die Juso-Landesvorsitzende Lara Herter deutlich.

Clemens Kamm, Kreisvorsitzender der Jusos Ulm, bekräftigt dies: Bei einer spontanen Kundgebung vor der Synagoge seien rund 250 Personen zusammengekommen und hätten damit ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus gesendet. „Wir dürfen aber nicht nur heute, sondern müssen an jedem einzelnen Tag zeigen: Gewalt und Hass auf Jüd:innen hat in Ulm keinen Platz!“, sagt Kamm.

Floskeln würden hier nicht ausreichen, ergänzt Lara Herter. Es sei zentral, dass alle demokratischen Kräfte zusammenstünden und gemeinsam gegen den immer radikaleren Antisemitismus ankämpften. Dazu gehöre auch, Bildungsangebote zu diesem weitreichenden Thema für Menschen allen Alters und nicht zuletzt die Sicherheitsmaßnahmen an sämtlichen Synagogen im Land zu stärken.

 

16.05.2021 in Ankündigungen

IDAHOBIT 2021 - Aufruf zur Kundgebung

 

Am 17.05. ist wieder IDAHOBIT. Der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit wird seit 2005 veranstaltet und erinnert unter anderem daran, dass Homosexualität von der WHO an diesem Tag im Jahr 1990 endlich von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen wurde.

In diesem Jahr findet er unter dem Motto "Together: Resisting, Supporting, Healing!" statt.

Auch wir wollen anlässlich des IDAHOBIT zu einer Kundgebung auf dem Münsterplatz aufrufen, um auf gesellschaftliche Missstände, wie Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt aufmerksam zu machen, die Menschen auch heute noch aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identitäten erfahren.

Viele Personen mussten und müssen noch immer schlimme Erfahrungen machen, weil ihre queere Identität nicht in die gesellschaftliche Norm passt. Wir fordern Aufarbeitung und Hilfe zur Verarbeitung dieser Erlebnisse sowie eine flächendeckende Verbesserung von gesellschaftlichen und rechtlichen Strukturen zum Schutz queerer Menschen. Insbesondere in Pandemiezeiten ist es wichtig, queere Menschen und Lebensrealitäten sichtbar zu machen und unsere Gesellschaft für sexuelle, geschlechtliche und romantische Vielfaltsdimensionen zu sensibilisieren.

Wir kämpfen weiter für eine vielfältige und bunte Gesellschaft! Dabei können und müssen wir alle unsere Beiträge leisten, ob als queere Person oder als Ally.

Am 17.05.2021 wird es deshalb um 18 Uhr auf dem Münsterplatz eine Kundgebung geben.

Bitte tragt Maske, haltet Abstand und achtet aufeinander.

Aufrufende Gruppen:

AIDS Hilfe Ulm, DGB Jugend, DIDF Jugend, Die Linke Ulm/Alb-Donau, Falkenkeller, Festival contre le racism Ulm, Frauentreff Ulm, Grüne Jugend Ulm, Neu-Ulm, Alb Donau, Jugend aktiv in Ulm, Jusos Ulm, Kollektiv 26, Young & Queer Ulm e.V.

 

19.02.2021 in Aktuelles

Hanau - Kein Vergessen! Kein Vergeben!

 

Ein Jahr nach dem rassistischen Anschlag in Hanau gedenken wir voller Trauer der Opfer und unsere Gedanken sind bei ihren Angehörigen. Jedoch ist unsere Trauer nicht nur still. Vielmehr schreit sie förmlich nach einer Bekämpfung rechten Gedankenguts - nicht nur in Hanau sondern überall. Alles nur irgendmögliche zu unternehmen, damit dem Faschismus in Deutschland, Europa und der Welt der Nährboden entzogen wird, zu diesem Ziel bekennen wir uns am heutigen Tag als Jusos ganz ausdrücklich. #SayTheirNames

  • Gökhan Gültekin, 37,
  • Sedat Gürbüz, 29,
  • Said Nesar Hashemi, 21,
  • Mercedes Kierpacz, 35,
  • Hamza Kurtović, 22,
  • Vili Viorel Păun, 22,
  • Fatih Saraçoğlu, 34,
  • Ferhat Unvar, 23,

 

01.02.2021 in Pressemitteilungen

Jusos laden zu digitalem Jugendtalk

 

Die Jusos Ulm laden am 7. Februar ab 16 Uhr zum digitalen Meetup „Die Jugend kann das!“ mit Marian Schreier, Bürgermeister der Stadt Tengen sowie Oberbürgermeisterkandidat in Stuttgart, und Jugendvertreter:innen aus verschiedenen Organisationen.

In ganz Baden-Württemberg kandidierten bei der Landes- und Bundestagswahl junge Menschen, um die junge Generation in den Parlamenten zu vertreten. Und auch außerhalb von Parteien würden immer mehr junge Menschen politisch aktiv. Die junge Generation erhebe zunehmend ihre Stimme. Bei der Veranstaltung kann deshalb mit Aktiven aus verschiedenen Jugendorganisationen, Initiativen und Verbänden über die Frage ins Gespräch gekommen werden, was die junge Generation verbindet. Vertreter:innen aus dem Landesschülerbeirat, den Gewerkschaften, von Fridays for Future und den Jungen Europäern werden hierbei kurze Impuls-Statements geben.

Stargast der Veranstaltung ist Marian Schreier, Bürgermeister der Stadt Tengen. Schreier war zu seinem Amtsantritt der jüngste Bürgermeister Deutschlands und kandidierte Ende letzten Jahres in seiner Heimatstadt Stuttgart als Oberbürgermeister. Er wird Einblick in seinen modernen, innovativen Wahlkampf geben und über eine neue Form der Politik sprechen.

Die Zugangsdaten zur Veranstaltung gibt es auf der Homepage der Jusos Ulm, per Mail an jusos@spd-ulm.de oder in den sozialen Medien.

 

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03.08.2021, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Jusos Ulm - Sitzung

25.08.2021, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Jusos Ulm JHV

26.09.2021 - 26.09.2021 Bundestagswahl

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