Jusos Ulm

Solidarisch in Ulm

Pressemitteilung der Jusos Ulm & Alb-Donau zum Messerangriff in Illerkirchberg

Die Nachricht des grausamen Angriffes auf zwei unschuldige Mädchen am 05.12.2022 erschütterte uns zutiefst. Unsere Anteilnahme gilt der schwerverletzt Überlebenden, allen Angehörigen und Betroffenen. Wir sind in Gedanken bei ihnen.


Für sie bräuchte es jetzt Zeit und Raum für Trauer, Ruhe, Schmerz und unser Mitgefühl, dies wird durch die AfD und andere Rechte verhindert.
Zwei Menschen sind gestorben, eine Person musste im Krankenhaus behandelt werden. Das ist schon tragisch genug. Es darf nun nicht zu willkürlicher Gewalt gegen Geflüchtete kommen, denn dazu führt rechte Stimmungsmache erwiesenermaßen. Aus Angst vor Übergriffen wurde eine Familie bereits aus der Unterkunft evakuiert – das Haus steht mittlerweile leer.


Nun ist bekannt geworden, dass am Montag, den 12.12., der „Dritte Weg“ eine Versammlung angemeldet hat. Diese Partei ist offen neonazistisch und gewaltbereit, aus ihren Reihen finden Angriffe statt und wurden Anschläge vorbereitet.

Eine solche Instrumentalisierung zeugt davon, dass es nicht um Mitgefühl geht, sondern um das politische Ausschlachten für die fremdenfeindliche Ideologie auf dem Rücken der Opfer und der Trauernden.

Deshalb haben die Jusos Alb-Donau und Ulm mit ihren SPD-Kreisverbänden eine Stille Mahnwache zum Gedenken in Oberkirchberg am Tatort ab 18:00 Uhr angekündigt.

Die Jusos der Kreisverbände Ulm und Alb-Donau kritisieren das schamlose Verhalten der rechten Akteure bezüglich der schrecklichen Vorkommnisse in Illerkirchberg. Wir verurteilen die Pauschalisierung und den Hass gegen Einwanderer und Geflüchtete, der hier geschürt wird, aufs schärfste.


Echte Anteilnahme braucht keine Hetze!

 
Nicht tatenlos zuschauen – WM-Boykott jetzt!

In einer Woche beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Das größte und beliebteste Sportereignis der Welt soll im Idealfall eine Bühne für den Spitzensport bieten und Menschen auf der ganzen Welt miteinander verbinden. Dieses Potenzial konnte die Weltmeisterschaft in den letzten Jahrzehnten immer wieder entfalten, so zum Beispiel im Sommer 1990 in Italien oder während des "Sommermärchens" 2006 in Deutschland.

 
IDAHOBIT 2022

Am 17.05. findet wieder der jährliche Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit statt. Am IDAHOBIT wird daran erinnert, dass an diesem Tag im Jahr 1990 Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen wurde. Dies war ein großer Schritt in die richtige Richtung, weg von Diskriminierung hin zu einem vielfältigen Miteinander. 

In vielen Ländern stellt die freie Auslebung der eigenen sexuellen Orientierung oder eine Geschlechtsidentität abweichend vom binären, heteronormativem Weltbild aber immer noch eine große Gefahr dar. Sie ist teilweise sogar mit der Todesstrafe belegt. 

 

Auch heute noch und auch hier in Deutschland sind queere Menschen Anfeindungen, struktureller Diskriminierung ausgesetzt und das Risiko Opfer einer Straftat zu werden ist erhöht. Gleichzeitig ist es für Menschen, insbesondere jüngere häufig immer noch schwer an Informationen, Beratung und Unterstützung zu kommen. Auch ist es wichtig zu betonen, dass queere Menschen häufig noch von weiteren Diskriminierungsformen betroffen sind, wie Rassismus, Ableismus etc.

Klar ist: es hat sich viel getan, aber es gibt immer noch viel zu tun und die erkämpften Siege müssen verteidigt werden. Denn die wieder erstarkenden rechten Bewegungen gefährden die bereits errungenen Erfolge durch die Verbreitung von konservativem und rückwärtsgewandtem Gedankengut.

 

Wir wollen klar Stellung gegen jegliche Feindlichkeit gegenüber queeren Menschen beziehen und auf die noch immer bestehenden Probleme aufmerksam machen. Wir wollen Menschen die Möglichkeit geben sich vor Ort zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen. Daher informieren wir gemeinsam am 17.05.2022 ab 16 Uhr auf dem Münsterplatz mit Infoständen und halten ab 18 Uhr eine Kundgebung ab.

 

Außerdem werden wir vor Ort das Queere Manifest verteilen, welches wir zu Beginn von 2022 veröffentlicht haben, um die Situation für queere Menschen in der Stadt Ulm zu analysieren und Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen. 

 

Kommt mit uns auf den Münsterplatz und lasst uns gemeinsam für eine queerfreundliche Zukunft kämpfen!

 

Jusos Ulm, der Verein Young & Queer Ulm und die Grüne Jugend Ulm, Neu-Ulm, Alb-Donau