Jusos besuchen jüdische Gemeinde in Ulm

Veröffentlicht am 08.08.2011 in Jusos in Aktion

Gemeinsam mit unseren Juso-Kollegen aus Heidenheim besuchten wir Ulmer Jusos vergangenen Donnerstag das jüdische Gebetshaus in Ulm. Fremdes kennenlernen und Neues entdecken stand auf der Tagesordnung.

Die jüdische Gemeinde in Ulm umfasst zurzeit etwa 500 Mitglieder. Dies ist ein enormes Wachstum, da die Gemeinde vor 11 Jahren gerade mal 90 Mitglieder hatte und erst vor ein paar Jahren von der Stadt das Gebetshaus zum Abhalten der Gottesdienste zugewiesen bekommen hat. Während und nach dem Nationalsozialismus schrumpfte die jüdische Gemeinde in Ulm natürlich drastisch. Die heutigen Mitglieder sind so gut wie keine deutschen Juden mehr, sondern vielmehr Zuwanderer aus Russland und Osteuropa. Dies führt auch zu einem interkulturellen Zusammenleben in der Gemeinde, in der insgesamt 12 Nationen unter einem Dach gemeinsam ihre Religion leben. Durch das ständige Wachstum der Gemeinde wurde auch der Ruf nach einer neuen Synagoge laut. Unser Landtagsabgeordneter und Gemeinderat Martin Rivoir war es dann, der im Gemeinderat vorantrieb, dass die neue Synagoge an dem Ort gebaut werden sollte, an dem die alte Synagoge vor der Zerstörung durch die Nazis stand-am Weinhof. Anfang 2011 war der erste Spatenstich, Ende 2012 soll sie fertig gestellt sein. Wer glaubt die neue Synagoge sehe der im 3. Reich Verbrannten auch nur im geringstem ähnlich, der irrt. Die neue Synagoge wird ein moderner Bau werden, getreu dem Motto: Blick nach vorn.

Zu Beginn gab es von Rabbi Shneur Trebnik eine kurze Einführung über bestimmte Bräuche im Judentum. Dabei erläuterte er auch, warum Männer und Frauen getrennt voneinander Gottesdienst halten würden. Dies sei auf keinen Fall eine Diskriminierung der Frauen, sonder vielmehr notwendig, da im Judentum schlicht andere Gebote für Männer und Frauen gelten würden. Als Beispiel nannte er das Gebot, das Männer eine Kippa zu tragen haben, wenn sie Synagogen (oder in diesem Fall das Gebetshaus) betreten wollen. Die Kippa soll den Mann daran erinnern, dass Gott über ihm steht, den Frauen wird diese Weisheit auch ohne solch eine Erinnerung zugetraut.

Auch wurde thematisiert, ob und wie heftig es in Ulm zu faschistischem und antisemitischem Auftreten komme. Hierbei wurde zwar schnell klar, dass sich dies in Ulm sehr in Grenzen halte, dass jedoch interkultureller Austausch und grenzüberschreitender Dialog nach wie vor wichtig seien.

Zum Abschluss mahnte Rabbi Shneur Trebnik noch an das friedliche Zusammenleben mit seinen Mitmenschen. Jeder solle so leben und handeln, wie er für richtig halte, solange es in den Grenzen des deutschen Rechtsstaates verläuft. Eine größere Toleranz gegenüber seinen Mitmenschen sei unabdingbar für ein friedliches Zusammenleben von allen Menschen.

 
 

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