Jusos Ulm

Solidarisch in Ulm

Keine Scheinbarkeiten

Veröffentlicht am 05.10.2007 in Pressemitteilungen

Scherzhaft wurde am Diskussionsabend "Deutschland: Deine Köpfe… Bildungspolitik mit Zukunft" mit Jörg Tauss, dem bildungspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion das gute Abschneiden Finnlands im Pisa-Test damit begründet, dass die Finnen während der langen Winter genug Zeit zum Lesen hätten. Tatsächlich hielt man sich jedoch nicht lange bei Humor und Scheinbarkeiten auf, sondern es wurde schnell klargemacht, dass die skandinavischen Länder einzig deshalb so kluge Köpfe hervorbringen, weil sie durch ein Gesamtschulsystem gleiche Bildungschancen an alle vermitteln. Wie dies auch in Deutschland erreicht werden kann und wie ansonsten unser marodes Bildungssystem verbessert werden kann, darüber wurde mit Tauss gesprochen.

Keine Scheinbarkeiten

Scherzhaft wurde am Diskussionsabend "Deutschland: Deine Köpfe… Bildungspolitik mit Zukunft" mit Jörg Tauss, dem bildungspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion das gute Abschneiden Finnlands im Pisa-Test damit begründet, dass die Finnen während der langen Winter genug Zeit zum Lesen hätten. Tatsächlich hielt man sich jedoch nicht lange bei Humor und Scheinbarkeiten auf, sondern es wurde schnell klargemacht, dass die skandinavischen Länder einzig deshalb so kluge Köpfe hervorbringen, weil sie durch ein Gesamtschulsystem gleiche Bildungschancen an alle vermitteln. Wie dies auch in Deutschland erreicht werden kann und wie ansonsten unser marodes Bildungssystem verbessert werden kann, darüber wurde mit Tauss gesprochen.

Dass die Bildungschancen dank verwehrter Gerechtigkeit im frühen Stadium und letztlich den Studiengebühren vom sozialen Status der Eltern abhängen, dass Migranten kaum integriert werden und allgemein viel zu früh selektiert wird, diese Tatsachen handeln der deutschen Politik immer wieder internationale Kritik ein, so zuletzt in der OECD-Studie zur Bildung. Und diese Kritik ist berechtigt. Denn dass in einem hoch industrialisierten Land wie Deutschland weder politischer Einsatz noch Geld in die Bildung des Nachwuchses investiert werden, ist eine Schande. Demnach sind Nachdenken und Diskutieren über die Bildung und das zugehörige vermeintliche System dringend notwendig. Doch nicht nur das, sondern auch die entsprechende Handlungsbereitschaft ist Jörg Tauss zufolge gefragt: „In einem reichen Land wie Baden-Württemberg haben wir die Möglichkeiten unser Bildungssystem auszubauen und zu korrigieren, wo es nötig ist!“ Dazu gehöre für ihn, sowie für die SPD, das dreigliedrige Schulsystem, in welchem viel zu früh und zu haltlos ausgesiebt und links liegen gelassen werde, gegen ein gerechtes, förderndes Gesamtschulkonzept einzutauschen. Die Argumentation, dass das Eingliedern schlechterer Schüler in eine Gemeinschaft guter Schüler das allgemeine Niveau herunterziehe, ließen die Genossen dabei nicht gelten, schlie&szlib;lich bestehe das Konzept einer Gesamtschule gerade darin, dass die Schüler sich gegenseitig helfen und somit auch soziale Kompetenzen erwerben. Damit aber in diesem Rahmen sowohl die schlechteren als auch die besseren Schüler angemessene Förderung erfahren, sei es dringend erforderlich wieder neue Lehrer einzustellen. "Dass wegen der Sperrung von Lehrerstellen laufend Unterricht ausfällt, während junge Referendarinnen und Referendare stellenlos auf der Straße stehen, ist in einem Land wie Baden-Württemberg ein unhaltbarer Zustand!" so Tauss. Damit reagierte der Generalsekretär der baden-württembergischen SPD auf die Ankündigung des Ministerpräsidenten Oettinger, mehr Lehrerstellen seien "nicht drin für Baden-Württemberg." Laut den Teilnehmern des Diskussionsabends müsse ehrliche, gestaltende Politik gemacht werden und den Menschen, vor allem den Eltern, keine Grenzen dort aufgezeigt werden, wo keine seien.

Gestaltende Politik bedeutet für Tauss, genauso wie für die Ulmer SPD und Jusos, das bereits erwähnte Gesamtschulkonzept, das Ende der Abzocke von Studenten samt Eltern und dazu die weitläufige Anerkennung und den Ausbau beruflicher Bildung. Dann werde möglich gemacht, dass Deutschland nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im Bildungsbereich an der Spitze mitmischt. Denn zu trennen sind diese Bereiche nicht, wie uns der vorhandene Fachkräftemangel und sein unausweichlicher Einfluss auf die Wirtschaft eindrucksvoll beweisen.