Kinderarmut in Ulm konsequent bekämpfen

Veröffentlicht am 18.04.2008 in Pressemitteilungen

Ulm gilt als reiche und wohlhabende Stadt, in der die Wirtschaft floriert. Dass dennoch etwa 15 Prozent der Jugendlichen und Kinder in Ulm in Armut leben, beschämt die Ulmer Jusos. „Wir müssen konsequent gegen die Armut von Kindern und Jugendlichen vorgehen“, wie Bettina Schulze, Sprecherin der Ulmer Jusos meinte. Die Folge von Armut bedeutet für die Jusos mangelnde Möglichkeit zur Partizipation in der Gesellschaft. „Das kann sich eine Stadt, wie Ulm nicht länger erlauben,“ so Schulze.

Mit breitgefächerten Forderungen setzen die Jusos eigene Akzente gegen die Armut in Ulm vorzugehen: Armen Menschen muss der Druck ihrer Situation genommen werden. Das bedeutet für die Jusos eine deutliche Erhöhung der ALG-2 Regelsätze für Kinder und Jugendliche. Durch die mangelnde finanzielle Unterstützung werden die Menschen von selbst von der Gesellschaft fern gehalten. „Es ist doch schwer für ein Kind, wenn die Freunde ins Kino gehen, zu sagen: Ich habe leider kein Geld. Folge davon ist, dass das Kind einfach zu Hause bleibt,“ stellte Schulze fest.
Neben einer deutlichen Aufstockung der Sozialgelder fordern die Jusos auch mehr Chancengleichheit im Bildungssystem. Das beginnt für die Jusos nicht erst auf Landesebene, sonder die Stadt Ulm, ist nach Ansicht der Jusos, in der Lage eine Verbesserung dieses Misstandes zu erreichen. So fordern die Jusos deutlich mehr Kindertagesstätten für Kinder unter drei Jahren. „Manche Mütter, speziell alleinerziehende, sind darauf angewiesen, wieder schnell in die Arbeit wieder einzusteigen,“ erklärte Schulze die Forderung nach einer Aufstockung der Betreuungsplätze. Dieses Angebot soll nach Ansicht der Jusos dazu für arme Kinder kostenfrei angeboten werden. Für Ulmer Schulen fordern die Jusos außerdem das Angebot von kostenfreien Mittagessen. Wenn grundlegende Menschenrechte, wie das auf ausreichende Ernährung, nicht durch Sozialgelder gedeckt sind, dann muss der Staat aktiv werden.
Für Ulm fordern die Jusos außerdem die Einrichtung eines runden Tisches, an dem Vertreter von Stadt, Jugendhilfe und Sozialeinrichtungen teilnehmen sollen, um speziell das Thema der Kinderarmut aufzugreifen. „Es ist verständlich, dass eine wohlhabende Stadt, wie Ulm, Armut nicht offen ansprechen will. Die Perspektiven der Kinder und Jugendlichen werden jedoch nicht besser, wenn nun nicht umgehend gehandelt wird“, wie Schulze die Forderung nach Einrichtung dieses Tisches bestärkte.
Deutliche Kritik äußerten die Jusos an Gerd Dusolt (CDU). Dieser hatte den Bericht des Jugendhilfeausschusses mit der Bemerkung „Wir können das Problem nicht lösen, aber es ist Zeit zu handeln,“ kommentiert. Bettina Schulze zeigte sich enttäuscht: „Wer in der Politik aktiv ist und dann erst, wenn die Alarmsirenen schon längst auf Rot umschalten, merkt, dass gehandelt werden muss, läuft mit verschlossenen Augen durch die Welt.“